LONDON – Die COVID-19-Pandemie hat zwar die Verwundbarkeit der globalen Gesundheitssysteme aufgezeigt, aber auch zu einer beeindruckenden Leistung geführt: der Entwicklung und Herstellung lebensrettender Impfstoffe in einer nie dagewesenen Geschwindigkeit. Jetzt, da wir uns anderen Herausforderungen im Bereich der öffentlichen Gesundheit zuwenden, müssen wir diese Technologien nutzen und die während der Pandemie gewonnenen Erkenntnisse auf andere tödliche Krankheiten anwenden, die dringend behandelt werden müssen. Eine dieser Krankheiten, das Lassafieber, wütet seit mehr als 50 Jahren in westafrikanischen Ländern und es gibt immer noch keinen Impfstoff, der seine Ausbreitung verhindern könnte.
Es wird bereits daran gearbeitet, die Menschen vor dieser Krankheit zu schützen, die hämorrhagisches Fieber verursacht und jedes Jahr etwa 5 000 der Hunderttausenden von Menschen tötet, die sich in Westafrika infizieren. Die Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI) hat in sechs Lassafieber-Impfstoffkandidaten investiert, von denen vier zu den weltweit ersten gehören, die klinische Studien durchlaufen. In Zusammenarbeit mit den Behörden in Nigeria, Benin, Guinea, Liberia und Sierra Leone führt CEPI außerdem eine länderübergreifende epidemiologische Studie durch, die als Grundlage für künftige klinische Versuche dienen soll.
Diese Initiativen erfordern jedoch die gleiche sektorübergreifende Zusammenarbeit und die gleichen Investitionen, die zum Erfolg der COVID-19-Impfstoffe beigetragen haben. Das bedeutet nachhaltige Finanzierung und Engagement von Regierungen, Privatwirtschaft, Wissenschaft und philanthropischen Organisationen in den betroffenen Ländern. Entscheidend ist, dass in den Ländern Systeme aufgebaut werden, die den Impfstoff nach seiner Zulassung bereitstellen können. Die Führung auf nationaler Ebene ist von entscheidender Bedeutung, aber auch andere Interessengruppen können eine wichtige Rolle bei der Unterstützung der Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen spielen.
Auf einer detaillierteren Ebene hat der revolutionäre Einsatz der mRNA-Technologie zur Immunisierung gegen COVID-19 neue Möglichkeiten eröffnet, die für die Prävention von Lassafieber genutzt werden könnten. Neben dem Potenzial für eine rasche Entwicklung bieten mRNA-Impfstoffe eine Reihe weiterer Vorteile, z. B. erhöhte Stabilität und Skalierbarkeit, geringeres Kontaminationsrisiko und die Möglichkeit der Modifikation für neue Varianten oder Stämme. Auch wenn Herausforderungen wie Erschwinglichkeit und Verfügbarkeit noch gelöst werden müssen, sollte der potenzielle Beitrag dieser neuen Technologien zur Bekämpfung des Lassafiebers nicht übersehen werden. Obwohl die potenziellen Vorteile der mRNA-Technologie anerkannt werden, sind weitere Untersuchungen und Forschungsarbeiten erforderlich, um ihre Durchführbarkeit und Wirksamkeit bei der Bekämpfung des Lassafiebers umfassend zu bewerten.
Darüber hinaus haben die COVID-19-Impfstoffstudien gezeigt, wie wichtig Zusammenarbeit und sorgfältige Planung sind. Das gleiche Maß an Sorgfalt muss bei klinischen Studien für Impfstoffe gegen Lassafieber angewandt werden, die in Gebieten getestet werden müssen, in denen die Krankheit endemisch ist, und für die eine ausreichende Zahl von Teilnehmern rekrutiert werden muss. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass jeder Impfstoffkandidat sicher, wirksam und umfassend ist. Durch Investitionen in solide klinische Studien können wir sicherstellen, dass Impfstoffe die Standards erfüllen, die erforderlich sind, um das Vertrauen der Öffentlichkeit zu gewinnen.
Die große Ungleichheit zwischen reichen und armen Ländern beim Zugang zu Impfstoffen während der Pandemie hat die Notwendigkeit einer robusten globalen Gesundheitsinfrastruktur deutlich gemacht. Zwar wurden Bemühungen wie die COVAX-Initiative ins Leben gerufen, um den Zugang für arme Länder zu verbessern, doch die weltweite Verteilung von Impfstoffen bleibt eine komplexe Aufgabe. Um einen gerechten Zugang zu einem Impfstoff gegen Lassafieber zu gewährleisten, müssen wirksame Verteilungsmechanismen entwickelt werden, die sich auf die am stärksten betroffenen und gefährdeten Bevölkerungsgruppen konzentrieren.
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Dies ist ein moralischer Imperativ. Regierungen, internationale Organisationen und der Privatsektor müssen zusammenarbeiten, um die lokale Infrastruktur aufzubauen, die Lieferketten nachhaltiger zu gestalten und in Gesundheitspersonal und -systeme zu investieren. Ohne diese Anstrengungen besteht die Gefahr, dass die Bedürftigsten weiterhin zurückbleiben und die Ungleichheiten, die durch die Pandemie zutage getreten sind, fortbestehen.
Wie wir bei der COVID-19-Pandemie gesehen haben, spielen die Einbeziehung der Öffentlichkeit und die Kommunikation eine entscheidende Rolle für den Erfolg jeder Impfkampagne, und Fehlinformationen können die Bemühungen zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten behindern. Klare und präzise Botschaften über die Sicherheit und Wirksamkeit von Impfstoffen, die auf den spezifischen Kontext eines Landes oder einer Region zugeschnitten sind, sind für die Vertrauensbildung in der Öffentlichkeit unerlässlich. Durch die Einbeziehung der Öffentlichkeit und die Beteiligung von Gemeindevorstehern, Gesundheitspersonal und anderen Interessengruppen können wir die Chancen für eine breite Akzeptanz erhöhen, sobald ein Impfstoff gegen das Lassafieber zur Verfügung steht.
Die westafrikanischen Länder müssen die Entwicklung und Beschaffung von Impfstoffen gegen Lassafieber aktiv vorantreiben, anstatt passiv auf Lösungen zu warten. Sie können die notwendigen Mittel, Daten und Ressourcen für die Entwicklung dieses wichtigen Instruments zum Schutz gefährdeter Gemeinschaften und zur Stärkung der Gesundheitssicherheit in der Region bereitstellen. Darüber hinaus müssen die Länder proaktiv über ihre Strategien für den Einsatz von Impfstoffen und die für solche Entscheidungen erforderlichen Daten nachdenken. Eine durchdachte Planung und die Identifizierung von Schlüsselfaktoren wie Zielgruppen, Verteilungskanäle und logistische Überlegungen können dazu beitragen, den Implementierungsprozess zu optimieren, sobald ein Impfstoff zur Verfügung steht.
Die aus der COVID-19-Pandemie gezogenen Lehren und der Erfolg der gemeinsamen Anstrengungen können den politischen Entscheidungsträgern dieser Länder als Inspiration und Leitfaden dienen. Sie haben die einmalige Chance, ihre Bevölkerung zu schützen und zu zeigen, wie stark lokales Engagement und Führungsstärke bei der Gestaltung globaler Gesundheitsinitiativen sein können. Wenn sie erfolgreich sind, wird die Welt einer Zukunft näher kommen, in der Impfstoffe im Kampf gegen alle Infektionskrankheiten weithin akzeptiert und problemlos eingesetzt werden.
Die hier geäußerten Ansichten sind nicht unbedingt die des CEPI.
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US Treasury Secretary Scott Bessent’s defense of President Donald Trump’s trade tariffs as a step toward “rebalancing” the US economy misses the point. While some economies, like China and Germany, need to increase domestic spending, the US needs to increase national saving.
thinks US Treasury Secretary Scott Bessent is neglecting the need for spending cuts in major federal programs.
China’s prolonged reliance on fiscal stimulus has distorted economic incentives, fueling a housing glut, a collapse in prices, and spiraling public debt. With further stimulus off the table, the only sustainable path is for the central government to relinquish more economic power to local governments and the private sector.
argues that the country’s problems can be traced back to its response to the 2008 financial crisis.
LONDON – Die COVID-19-Pandemie hat zwar die Verwundbarkeit der globalen Gesundheitssysteme aufgezeigt, aber auch zu einer beeindruckenden Leistung geführt: der Entwicklung und Herstellung lebensrettender Impfstoffe in einer nie dagewesenen Geschwindigkeit. Jetzt, da wir uns anderen Herausforderungen im Bereich der öffentlichen Gesundheit zuwenden, müssen wir diese Technologien nutzen und die während der Pandemie gewonnenen Erkenntnisse auf andere tödliche Krankheiten anwenden, die dringend behandelt werden müssen. Eine dieser Krankheiten, das Lassafieber, wütet seit mehr als 50 Jahren in westafrikanischen Ländern und es gibt immer noch keinen Impfstoff, der seine Ausbreitung verhindern könnte.
Es wird bereits daran gearbeitet, die Menschen vor dieser Krankheit zu schützen, die hämorrhagisches Fieber verursacht und jedes Jahr etwa 5 000 der Hunderttausenden von Menschen tötet, die sich in Westafrika infizieren. Die Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI) hat in sechs Lassafieber-Impfstoffkandidaten investiert, von denen vier zu den weltweit ersten gehören, die klinische Studien durchlaufen. In Zusammenarbeit mit den Behörden in Nigeria, Benin, Guinea, Liberia und Sierra Leone führt CEPI außerdem eine länderübergreifende epidemiologische Studie durch, die als Grundlage für künftige klinische Versuche dienen soll.
Diese Initiativen erfordern jedoch die gleiche sektorübergreifende Zusammenarbeit und die gleichen Investitionen, die zum Erfolg der COVID-19-Impfstoffe beigetragen haben. Das bedeutet nachhaltige Finanzierung und Engagement von Regierungen, Privatwirtschaft, Wissenschaft und philanthropischen Organisationen in den betroffenen Ländern. Entscheidend ist, dass in den Ländern Systeme aufgebaut werden, die den Impfstoff nach seiner Zulassung bereitstellen können. Die Führung auf nationaler Ebene ist von entscheidender Bedeutung, aber auch andere Interessengruppen können eine wichtige Rolle bei der Unterstützung der Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen spielen.
Auf einer detaillierteren Ebene hat der revolutionäre Einsatz der mRNA-Technologie zur Immunisierung gegen COVID-19 neue Möglichkeiten eröffnet, die für die Prävention von Lassafieber genutzt werden könnten. Neben dem Potenzial für eine rasche Entwicklung bieten mRNA-Impfstoffe eine Reihe weiterer Vorteile, z. B. erhöhte Stabilität und Skalierbarkeit, geringeres Kontaminationsrisiko und die Möglichkeit der Modifikation für neue Varianten oder Stämme. Auch wenn Herausforderungen wie Erschwinglichkeit und Verfügbarkeit noch gelöst werden müssen, sollte der potenzielle Beitrag dieser neuen Technologien zur Bekämpfung des Lassafiebers nicht übersehen werden. Obwohl die potenziellen Vorteile der mRNA-Technologie anerkannt werden, sind weitere Untersuchungen und Forschungsarbeiten erforderlich, um ihre Durchführbarkeit und Wirksamkeit bei der Bekämpfung des Lassafiebers umfassend zu bewerten.
Darüber hinaus haben die COVID-19-Impfstoffstudien gezeigt, wie wichtig Zusammenarbeit und sorgfältige Planung sind. Das gleiche Maß an Sorgfalt muss bei klinischen Studien für Impfstoffe gegen Lassafieber angewandt werden, die in Gebieten getestet werden müssen, in denen die Krankheit endemisch ist, und für die eine ausreichende Zahl von Teilnehmern rekrutiert werden muss. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass jeder Impfstoffkandidat sicher, wirksam und umfassend ist. Durch Investitionen in solide klinische Studien können wir sicherstellen, dass Impfstoffe die Standards erfüllen, die erforderlich sind, um das Vertrauen der Öffentlichkeit zu gewinnen.
Die große Ungleichheit zwischen reichen und armen Ländern beim Zugang zu Impfstoffen während der Pandemie hat die Notwendigkeit einer robusten globalen Gesundheitsinfrastruktur deutlich gemacht. Zwar wurden Bemühungen wie die COVAX-Initiative ins Leben gerufen, um den Zugang für arme Länder zu verbessern, doch die weltweite Verteilung von Impfstoffen bleibt eine komplexe Aufgabe. Um einen gerechten Zugang zu einem Impfstoff gegen Lassafieber zu gewährleisten, müssen wirksame Verteilungsmechanismen entwickelt werden, die sich auf die am stärksten betroffenen und gefährdeten Bevölkerungsgruppen konzentrieren.
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Wie wir bei der COVID-19-Pandemie gesehen haben, spielen die Einbeziehung der Öffentlichkeit und die Kommunikation eine entscheidende Rolle für den Erfolg jeder Impfkampagne, und Fehlinformationen können die Bemühungen zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten behindern. Klare und präzise Botschaften über die Sicherheit und Wirksamkeit von Impfstoffen, die auf den spezifischen Kontext eines Landes oder einer Region zugeschnitten sind, sind für die Vertrauensbildung in der Öffentlichkeit unerlässlich. Durch die Einbeziehung der Öffentlichkeit und die Beteiligung von Gemeindevorstehern, Gesundheitspersonal und anderen Interessengruppen können wir die Chancen für eine breite Akzeptanz erhöhen, sobald ein Impfstoff gegen das Lassafieber zur Verfügung steht.
Die westafrikanischen Länder müssen die Entwicklung und Beschaffung von Impfstoffen gegen Lassafieber aktiv vorantreiben, anstatt passiv auf Lösungen zu warten. Sie können die notwendigen Mittel, Daten und Ressourcen für die Entwicklung dieses wichtigen Instruments zum Schutz gefährdeter Gemeinschaften und zur Stärkung der Gesundheitssicherheit in der Region bereitstellen. Darüber hinaus müssen die Länder proaktiv über ihre Strategien für den Einsatz von Impfstoffen und die für solche Entscheidungen erforderlichen Daten nachdenken. Eine durchdachte Planung und die Identifizierung von Schlüsselfaktoren wie Zielgruppen, Verteilungskanäle und logistische Überlegungen können dazu beitragen, den Implementierungsprozess zu optimieren, sobald ein Impfstoff zur Verfügung steht.
Die aus der COVID-19-Pandemie gezogenen Lehren und der Erfolg der gemeinsamen Anstrengungen können den politischen Entscheidungsträgern dieser Länder als Inspiration und Leitfaden dienen. Sie haben die einmalige Chance, ihre Bevölkerung zu schützen und zu zeigen, wie stark lokales Engagement und Führungsstärke bei der Gestaltung globaler Gesundheitsinitiativen sein können. Wenn sie erfolgreich sind, wird die Welt einer Zukunft näher kommen, in der Impfstoffe im Kampf gegen alle Infektionskrankheiten weithin akzeptiert und problemlos eingesetzt werden.
Die hier geäußerten Ansichten sind nicht unbedingt die des CEPI.
Übersetzung: Andreas Hubig